Die Österreichisch-Ungarische Armee am Oberen Isonzo, II 25. 5. 1915 - 23. 10. 1917


Auf der "Reise" durch die Frontabschnitte am Oberen Isonzo haben wir auf einjährigen thematischen Ausstellungen vor zwei Jahren im österreichisch-ungarischen Hinterland des Kampfgebiets auf der Batognica Halt gemacht. Der Grund war die Erinnerung an die Schlacht bei Karfreit anlässlich der Hundertjahrfeier der Ereignisse und nicht zuletzt noch die Ausstellung "Nachbarsgeschichte" – die Erzählung von Josef Pailer, eines Offiziers aus Graz, der zwei Weltkriege erlebte und überlebte.

Auf der diesjährigen Ausstellung geht die Reise weiter durch die Schützengräben und das Hinterland der österreichisch-ungarischen Armee hoch in den Bergen, im Krn-Massiv. Diesmal wird den Besuchern ein vorzüglicher Führer, ein Nachbar aus Agram (Zagreb), behilflich sein. Ivo Brlić, ein junger Jusstudent, Kadettaspirant der Artillerie, erfüllte gewissenhaft die Erwartungen seiner Mutter und beschrieb ihr regelmäßig und akribisch sein Erlebnis des Kampfgeschehens. Seine Briefe übertrafen die üblichen Tagebuchnotizen. Verständlicherweise, denn seine Mutter, Ivana Brlić-Mažuranić, war die bekannteste kroatische Schriftstellerin und mehrmalige Kandidatin für den Literatur-Nobelpreis. Die meiste Zeit verbrachte er auf den Beobachtungsposten seiner Batterie, aber seine Neugier führte ihn auch in Kavernen und Schützengräben der Infanterie bis zum Südrand des Gebirges, zur Sleme-Alm.

Hier schließt die diesjährige Reise durch das Kampfgebiet. Das Wort ergreift Ivan Volarič, ein Einheimischer aus Sužid. Er konnte so wie unsere Großväter vom Berg den Heimatort betrachten, den die italienische Armee besetzt hatte, und stellte sich die Frage, wie seine Familie den Krieg überleben wird.

Eine genauere Chronologie der zahlreichen Kämpfe und einen Überblick über die konkrete Aufstellung der Einheiten im Kampfgebiet und im Hinterland vermitteln Museumsführer und Bücher, die das Museum den Besuchern bietet, jedoch sind für das Museumsnarrativ die Erzählungen von Kriegsteilnehmern, die uns die Besucher vermitteln, noch wertvoller. Insbesondere könnte dies für das dritte Kapitel dieser Reise gelten, für die Ausstellung, die in den kommenden Jahren auf einen noch blutigeren Berg führen wird, den Mrzli vrh, und weiter zum Isonzo, zum Tolmeiner Brückenkopf. Die meisten österreichisch-ungarischen Einheiten, die in diesem Frontabschnitt kämpften, kamen nämlich aus weit entfernten Gegenden der Doppelmonarchie, und ihre Geschichten sind uns nach fast drei Jahrzehnten der Museumstätigkeit noch immer nicht bekannt.

Nicht zufällig lauten die letzten Worte auf der Ausstellung:

"Weit weg von zu Hause!"