Das Kobarider Museum wurde vom 2-millionsten Gast besucht – ein Pfadfinder aus Pordenone in Italien
24.08.2026Der 2-millionste Besucher des Kobarider Museums war Alessandro Brisot aus Italien, der einer Pfadfindergruppe angehört. Die Gruppe besuchte das Museum und machte sich dann weiter auf dem Weg des Friedens, der sie nach Gorizia führte. Zu diesem Anlass übergab der Direktor des Museums, mag. Martin Šolar, dem Gast die italienische Übersetzung eines Gedichtbandes des slowenischen Dichters Simon Gregorčič und eine Sammlung der Publikationen des Kobarider Museums.
Der 2-millionste Gast ist ein großer Meilenstein. Vor allem für eine Institution, die in einem solch kleinen Umfeld entstanden ist.
Im ehemaligen, alten Wohnhaus der Familie Mašera in Kobarid wurden im Herbst 1990 die Türen des Kobarider Museum geöffnet. Dieses entstand auf Anregung von örtlichen Geschichtsliebhabern und Enthusiasten, die die Erinnerung an die Isonzofront und seine Geschichte erhalten und durch eine starke Botschaft des Friedens der breiteren Öffentlichkeit näher vorstellen wollten.
Das Museum erhielt bereits zwei Jahre nach der Eröffnung den Valvasorpreis (die höchste museologische Auszeichnung Sloweniens) und wurde 1993 zum europäischen Museum des Jahres ernannt und erhielt gleichzeitig den Museumspreis des Europarates. In guten drei Jahrzehnten wurde das Museum zu einer Einrichtung, welche das Erbe der Isonzofront im nationalen, europäischen und internationalen Raum darstellt.
Warum zieht das Museum auch heute noch so viele Gäste an?
Hier steht nicht der Nationalstolz im Mittelpunkt, oder der Sieg und die Ehre, sondern der Mensch selber, der aufgrund des Kriegsgeschehens leidet. Das Museum beruht auf diesen zwei einfachen Worte, die vom verstorbenen Dr. Branko Marušič zusammengefasst wurden: »Verdammter Krieg!«
Die persönlichen Geschichten der Soldaten geben den Museumsausstellungen ein menschliches Gesicht und bringen somit dem Gast die Orte, Ereignisse und die Menschen der verschiedenen Nationalitäten, deren Leben von der Isonzofront geprägt wurde, näher.
Das Kobarider Museum ist heute eine der am meisten besuchten Sehenswürdigkeiten im Soča-Tal und gleichzeitig eines der bekanntesten Museen des Ersten Weltkrieges, auch im weiteren europäischen Raum. In den letzten zehn Jahren wurden 12 zeitweise Ausstellungen vorbereitet, deren Inhalt auch außerhalb von Kobarid – unter anderem in Sarajevo, Ypres, Prag, in Wien, in Zagreb und anderen Städten in Kroatien und in mehreren Städten in Italien vorgestellt wurden.
Das Museum ist das ganze Jahr hindurch geöffnet. Die Gäste werden von Museumsführern durch 12 Räume begleitet. Deren Erklärungen versuchen dem Gast die damalige Zeit verständlich zu machen, in der in diesem Gebiet eine der größten Tragödien abgespielt hat.
In all diesen Jahren wurde das Museum auch von vielen heimischen und ausländischen Gästen besucht, unter ihnen Staats- und Regierungspräsidenten, Monarchen und viele Diplomaten. Das Museum wurde auch zu einem Raum internationaler Treffen und der Diplomatie.
Heute befinden sich unter den Besuchern am meisten slowenische und italienische Gäste, gefolgt von Gästen aus Deutschland, Österreich und den Vereinigten Staaten von Amerika. Alleine im letzten Jahr wurde das Museum von 52.500 Gästen besucht und bislang waren Besucher aus 144 Ländern hier. Unter den Gästen befinden sich auch Nachkommen und Hinterbliebene von Menschen, die hier an der Isonzofront gekämpft und auch verstorben sind.
Ein großer Dank geht an alle, die in den vergangenen Jahren unser Museum besuchten, uns ihre Geschichten anvertrauten, immer wieder zurückkehrten und auch anderen von unserem Museum berichteten.